Behandlung

Welche Alternativen es zu CPAP gibt

Irgendwann kommt bei vielen CPAP-Nutzern derselbe Gedanke: Es muss doch noch etwas anderes geben. Es gibt etwas anderes – mehrere Optionen sogar. Keine davon ist die perfekte Lösung für jeden, und das ist auch der Grund, warum dieser Artikel bei jeder Option ehrlich die Nachteile mit nennt, statt nur die Vorteile.

Weg, der sich im Wald in zwei Pfade teilt, als Sinnbild für die Entscheidung zwischen mehreren Therapieoptionen
Mehrere Wege stehen offen – welcher zu Ihnen passt, hängt von Ihrem Befund ab.

Unterkieferprotrusionsschiene

Eine individuell angepasste Schiene, meist vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden gefertigt, schiebt den Unterkiefer beim Schlafen leicht nach vorne. Dadurch bleibt der Raum hinter der Zunge offener.

Für wen geeignet: vor allem bei leicht- bis mittelgradiger Schlafapnoe, oft als erste Alternative, wenn CPAP nicht vertragen wird.
Nachteile: Kieferschmerzen und vermehrter Speichelfluss in der Eingewöhnung, mögliche Zahnbewegungen bei jahrelanger Nutzung, bei schwergradiger Schlafapnoe meist nicht ausreichend wirksam.

Lagerungstherapie

Bei manchen Menschen treten die Atemaussetzer überwiegend in Rückenlage auf, weil die Zunge dann zusätzlich nach hinten sinkt. Eine Lagerungshilfe – von der einfachen Gürtel-Lösung bis zum vibrierenden Sensor am Nacken – hält die Seitenlage und kann den AHI in diesen Fällen deutlich senken.

Für wen geeignet: ausschließlich bei nachgewiesener Lageabhängigkeit, meist bei leichter bis mittlerer Schlafapnoe.
Nachteile: wirkungslos, wenn die Atemaussetzer nicht überwiegend lageabhängig sind; löst keine anderen Ursachen wie Übergewicht oder Anatomie.

Operative Verfahren

Unter „OP" fallen sehr unterschiedliche Eingriffe, je nachdem, wo die Verengung liegt: die Entfernung vergrößerter Mandeln, eine Nasenscheidewandkorrektur bei behinderter Nasenatmung, Eingriffe am Weichgaumen oder – bei ausgeprägten anatomischen Ursachen – eine Kiefervorverlagerung.

Für wen geeignet: wenn eine klar identifizierbare anatomische Ursache vorliegt, etwa deutlich vergrößerte Mandeln.
Nachteile: die Ergebnisse schwanken stark je nach Verfahren und individueller Anatomie, manche Eingriffe sind nicht umkehrbar, eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Welches Verfahren infrage kommt, klärt eine HNO-ärztliche Untersuchung.

Zungenschrittmacher

Ein kleines Implantat stimuliert im Schlaf den Zungennerv, sodass der Atemweg offen bleibt – ohne Maske, ohne Schlauch. Von den hier genannten Alternativen ist das die am besten untersuchte Option für Menschen, bei denen CPAP nachweislich gescheitert ist: In der Zulassungsstudie zeigten 66 Prozent der Behandelten nach zwölf Monaten eine deutliche Besserung, nach fünf Jahren nutzten 80 Prozent das Gerät weiterhin regelmäßig.

Für wen geeignet: bei dokumentierter CPAP-Unverträglichkeit, einem AHI zwischen 15 und 65 und einem BMI bis 35 – die genauen Kriterien stehen auf der Seite Bin ich geeignet?.
Nachteile: ein operativer Eingriff mit Klinikaufenthalt, Kosten von rund 20.000 Euro (bei erfüllten Kriterien von der Kasse übernommen), und rund ein Drittel der Behandelten spricht nicht ausreichend an.

Alles Weitere zur Funktionsweise, den Studienergebnissen und den beiden verfügbaren Funktionsprinzipien: Der Zungenschrittmacher im Detail.

Wichtig: Welche Alternative infrage kommt, hängt von Ihrem individuellen Befund ab – AHI, Anatomie, Ursache der Unverträglichkeit. Keine dieser Informationen ersetzt eine ärztliche Untersuchung. Besprechen Sie einen Wechsel immer mit Ihrem Schlafmediziner, bevor Sie CPAP eigenmächtig absetzen.

Franklyn Arkhurst – Patient mit Zungenschrittmacher seit 2024

Ich habe mehrere dieser Optionen für mich abgewogen, bevor ich mich 2024 für den Zungenschrittmacher entschieden habe. Wenn Sie wissen möchten, ob diese Option auch für Sie infrage kommt:

Bin ich geeignet?

Quellen

  • S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“, Kapitel „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“, AWMF-Registernummer 063-001, DGSM; Teil-Aktualisierung 2020.
  • Strollo PJ Jr et al.: Upper-Airway Stimulation for Obstructive Sleep Apnea. N Engl J Med 2014;370(2):139–149 (STAR-Studie).
  • Woodson BT et al.: Upper Airway Stimulation for Obstructive Sleep Apnea: 5-Year Outcomes. Otolaryngol Head Neck Surg 2018;159(1):194–202.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Er wurde von mir als Betroffenem auf Basis der genannten Quellen zusammengestellt, nicht von einer medizinischen Fachperson verfasst.

Diese Seite ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Alle Inhalte dienen der allgemeinen Information. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an einen Arzt oder Facharzt für Schlafmedizin.